Kinderspielzeug

Worauf ist beim Kauf von Kinderspielzeug zu achten?

Spielwaren begleiten unsere Kleinsten nahezu vom ersten Schrei an bis hin zum Schulalter. Rasseln und Plüschtiere gelten als beliebte Geschenke für Neugeborene und Babys im Krabbelalter. So richtig los geht der Spielzeug-Boom aber dann in der Kleinkindphase: Bauklötze, Duplo, Eisenbahnen, Puppen, Kuscheltiere & Co. finden sich in den Kinderzimmer-Regalen – schließlich will jeder seinem Nachwuchs etwas Gutes tun und ihm mit den Spielsachen eine Freude machen.

Doch für alle Eltern sollte gelten: Augen auf beim Spielzeugkauf! In den letzten Jahren wurde vermehrt von Testinstituten wie Stiftung Warentest berichtet, dass unser Kinderspielzeug teilweise nicht den Anforderungen an Sicherheit und Unbedenklichkeit in puncto Gesundheitsgefährdung entspricht. Grenzwerte werden mitunter weit überschritten.
Natürlich will niemand freiwillig Spielwaren erwerben, welche einem Giftcocktail gleichkommen und/oder ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Kleinen bedeuten. Aus diesem Grund sollten beim Kauf von Kinderspielzeug dringend einige Dinge beachtet werden.

Kinderspielzeug sollte vor dem Kauf sorgfältig unter die Lupe genommen werden

Babyspielwaren – für die Kleinsten nur das Beste
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Einige grundlegende Tipps für den Kauf von Kinderspielzeug

Ein eindeutiges Indiz für sicheres Spielzeug sind anerkannte Prüfsiegel, etwa „Öko-Test“, das TÜV-Siegel, die CE-Kennzeichnung und das „GS-Zeichen“ – diese Spielwaren wurden, bevor sie in die Verkaufsregale gelangten, sorgfältig auf Unbedenklichkeit überprüft. Zudem werden Hersteller, die ihre Produkte freiwillig untersuchen lassen und sich nachweislich an die gesetzlichen Vorgaben halten, mit diesen Siegeln ausgezeichnet. Darüber hinaus empfiehlt es sich, einschlägige Testergebnisse in den Broschüren bzw. online nachzulesen – die Stiftung Warentest beispielsweise nimmt regelmäßig Kinderspielzeug unter die Lupe.

Trotzdem sollten Sie beim Kauf auch Ihren eigenen Sinnen vertrauen. Zunächst sollten Sie das Spielzeug in die Hand nehmen und auf eckige oder scharfe Kanten untersuchen. Können sich leicht Kleinteile ablösen? Dann ist die Ware nicht für Kinder unter drei Jahren geeignet. Bitte halten Sie sich immer an die Angaben des Herstellers, ab welchem Alter die Spielware geeignet ist. Färbt das Material beim Kontakt mit Wasser oder Speichel ab? Dann sollte es ebenfalls nicht in Kinderhände geraten. Zweites Kriterium: der Geruchstest. Riecht das Kinderspielzeug auffällig unangenehm oder gar chemisch? Dies kann ein Hinweis auf die Verwendung von Schadstoffen sein; häufig werden bei der Herstellung auch Duftstoffe benutzt, die bei Babys und Kleinkindern Allergien auslösen können. Dann bitte die Finger von dieser Spielware lassen. Ein weiterer Tipp: Scheuen Sie sich nicht, das Spielzeug in den Mund zu nehmen. Hat es einen seltsamen, unnatürlichen Eigengeschmack, sollte man es ebenfalls lieber im Regal stehen lassen. Zu guter Letzt sollte noch der Hörtest zum Einsatz kommen, denn oft ist Spielzeug, das Töne und Geräusche von sich gibt, viel zu laut für empfindliche Kinderohren. Soll ein Kuscheltier im Einkaufskorb landen, achten Sie bitte darauf, dass das Material waschbar ist – eine Wäsche per Hand oder in der Waschmaschine sollte aus Hygienegründen regelmäßig erfolgen.

Geiz ist geil? Im Zusammenhang mit der Anschaffung von Kinderspielzeug sicherlich nicht, denn es gilt leider: Je billiger die Spielware, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie hohe Schadstoffkonzentrationen enthält. Das heißt jedoch im Umkehrschluss nicht, dass Markenware völlig unbedenklich gekauft werden kann. Auch bei Herstellern wie BRIO oder Eichhorn wurden erhöhte Werte in den angebotenen Spielsachen gemessen. Daher sollten Sie sich also bitte die Zeit nehmen und die entsprechenden Testberichte studieren.

Spielwaren aus Holz oder doch lieber aus Kunststoff?

Babys und Kleinkinder lieben knallbuntes Spielzeug aus Holz, seien es Bauklötze, eine Holzeisenbahn oder lustige Tierchen zum Hinterherziehen. Leider ist es gerade das Holzspielzeug, das oft bedenklich hohe Mengen an Schadstoffen enthält. Doch die Gifte stecken nicht im natürlichen Werkstoff Holz, sondern in den farbigen Lacken, mit denen das Holz behandelt wurde. Bei verleimten Holzspielzeug findet man immer wieder Lösungsmittel wie Formaldehyd, das als krebserregend gilt. Dieser Stoff wird zudem häufig in Spannholz verwendet, z.B. bei Puppenhäusern. Auf Nummer Sicher geht man daher, wenn man zu unbehandeltem, unlackiertem Holzspielzeug greift. Übrigens sollten Sie Spielware aus unbehandeltem Holz regelmäßig abwaschen, da sich die Keime, die durch den Speichel der Kinder auf das Spielzeug gelangen, sonst leicht vermehren können.

Holzspielzeug enthält mitunter einen beträchtlichen Schadstoff-Cocktail

Farbiges Holzspielzeug ist bei Kindern hoch im Kurs
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Kinder werden von Farben magisch angezogen, deshalb ist das Geschrei oft groß, wenn die schönen, bunten Klötze nicht im Einkaufskorb landen. Natürlich können Sie auch farbiges Spielzeug aus Holz kaufen – sehr zu empfehlen ist in diesem Zusammenhang der Spielwarenhersteller HABA; er garantiert, bei allen Rohstoffen inklusive der Lacke auf den Einsatz gesundheitsgefährdender Substanzen zu verzichten. Dafür müssen Sie zwar etwas tiefer in die Tasche greifen, doch das sollte Ihnen die Gesundheit Ihres Juniors Wert sein.

Plastikspielzeug ist besser als sein Ruf, doch leider gibt es auch hier Negativbeispiele. Produkte mit PVC enthalten oft große Mengen an Phthalaten (Weichmachern), die unter dem dringenden Verdacht stehen, Krebs auszulösen. Zum Glück gibt es aber immer mehr Spielwaren mit dem Hinweis „phthalat-frei“. Jedoch kann Spielzeug aus Plastik noch eine ganze weitere Palette an gesundheitsgefährdenden Stoffen aufweisen, etwa Schwermetalle wie Blei, Nickel, Chrom oder Organozinnverbindungen. Kaufen Sie daher bitte niemals billige No-Name-Produkte Made in China – bei dieser Ware werden überproportional häufig Schadstoffe gefunden. Auch bei Spielware aus Kunststoff gilt: Lieber die Produkte namhafter Hersteller kaufen: Lego (Duplo), Playmobil, Plantoys und Schleich können laut der Stiftung Warentest als seriöse Spielwarenproduzenten mit schadstofffreien Artikeln bezeichnet werden.

Markenware wie Lego wird vom Hersteller strenger geprüft

Duplo & Co. gelten als weniger belastet als Holzspielzeug
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Kauf im Online-Shop oder doch lieber im Spielwarenladen um die Ecke?

Wie bereits beschrieben ist es durchaus sinnvoll, das Spielzeug vor dem Kauf mit Augen, Nase, Ohren und Händen zu prüfen. Dies ist im Online-Shop natürlich nicht möglich und spricht für den Gang in einen Spielwarenladen bzw. in die Spielzeugabteilung eines Kaufhauses. Möglicher Nachteil: Manchmal sind die Produkte im Einzelhandel etwas teurer als im Onlineversand. In bestimmten Fällen müssen Sie aber nicht auf den Einkauf des Kinderspielzeugs im Internet verzichten: Wenn Sie sich für eine bestimmte Markenware entschieden haben, etwa Holzspielzeug von HABA oder für eine Erweiterung der Duplo- oder Playmobil-Sammlung, dann können Sie diese Spielwaren bedenkenlos online bestellen.

Wollen Sie allerdings lieber in Ruhe stöbern und haben noch keine bestimmte Vorstellung von der Art des Spielzeugs und davon, welche Marke Sie kaufen wollen, dann ist dem Spielzeugladen um die Ecke der Vorzug zu geben, da Sie dort die Ware ausführlich untersuchen können und sich gegebenenfalls auch beim Einkauf beraten lassen können.

Ist die Anschaffung von gebrauchtem Kinderspielzeug sinnvoll?

Viele Eltern erwägen aus Kostengründen den Kauf von gebrauchtem Spielzeug. Das ist auch durchaus sinnvoll, denn robuste Spielwaren wie Bauklötze und Duplosteine weisen oft wenig Gebrauchtspuren auf und können noch lange für Spielfreude sorgen. Aus gutem Grund verkauft sich gebrauchte Markenware wie Lego oder Playmobil gewinnbringender als No-Name-Artikel, schließlich darf man in diesem Fall davon ausgehen, dass die Produkte schad-stofffrei sind. Für Billigware, ob neu oder gebraucht, gilt das leider nicht, daher hier beim Kauf bitte besonders vorsichtig sein.

Sehr häufig wird auch Outdoor-Spielzeug gebraucht gekauft, vor allem Fahrzeuge wie Bobbycars, Laufräder, Roller und Fahrräder sind beliebt. Da die Preise für neue Produkte oft hoch sind und sie von den Kinder gar nicht allzu lange genutzt werden, da der Nachwuchs einfach zu schnell groß wird (Paradebeispiel: Fahrrad), ist man mit gebrauchten Artikeln gut beraten. Hier gelten auch nicht so strenge Kriterien wie bei Spielzeug, das sich im Kinderzimmer befindet, und mit dem unter Einsatz von Mund und Händen intensiv gespielt wird. Ein Laufrad oder ein Roller eines weniger bekannten Herstellers können ebenso gute Dienste leisten. Genau hinsehen sollte man allerdings in puncto Sicherheit: Räder und Bremsen sollten bei der Gebrauchtware in einwandfreiem Zustand sein, auch darf keine Verletzungsgefahr durch abgebrochene, scharfkantige Teile etc. bestehen. Sind diese Ansprüche erfüllt, dann stellt gebrauchtes Kinderspielzeug eine hervorragende Alternative zur Neuware dar.